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HWK des Saarlandes | April 2025
Neuer Mitarbeiter im Eventmanagement
Willkommen im Team: Hauptgeschäftsführer Jens Schmitt begrüßte zum 1. April einen Neuzugang in der Handwerkskammer des Saarlandes.
Das Handwerk fordert eine deutliche Erhöhung der Sanierungsquote des Gebäudebestands. (Foto: © Romolo Tavani/123RF.com)
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Oktober 2020
Die EU-Kommission hat ihre Strategie für eine Renovierungswelle vorgestellt. Bis 2030 sollen 35 Millionen Gebäude saniert werden.
In den kommenden zehn Jahren soll sich die Renovierungsquote bei Gebäuden mindestens verdoppeln. Das ist das Ziel der Europäischen Kommission, die jetzt ihre Strategie für eine Renovierungswelle vorgelegt hat. So will sie die Treibhausgasemissionen verringern und die Digitalisierung fördern sowie die Lebensqualität der Menschen verbessern.
In ihrer Strategie zeigt die Kommission auf, wie 35 Millionen Gebäude bis zum Jahr 2030 renoviert werden und bis zu 160.000 zusätzliche Arbeitsplätze im Baugewerbe entstehen könnten. Da auf den Gebäudesektor etwa 40 Prozent des Energieverbrauchs und 36 Prozent der Treibhausgasemissionen in der EU entfallen, sei es essenziell hier Maßnahmen zu ergreifen, um Europa bis 2050 klimaneutral zu machen.
Die Kommission priorisiert Maßnahmen in drei Bereichen: Dekarbonisierung der Wärme- und Kälteerzeugung, Bekämpfung von Energiearmut und Maßnahmen für Gebäude mit der geringsten Energieeffizienz sowie Renovierung öffentlicher Gebäude. Sie schlägt vor, die in der gesamten Renovierungskette bestehenden Hindernisse durch verschiedene Instrumente zu beseitigen.
Bei Überprüfung der Erneuerbare-Energien-Richtlinie im kommenden Jahr erwägt die Kommission, den Vorgaben für die Wärme- und Kälteerzeugung aus erneuerbaren Quellen einen höheren Stellenwert zu geben und ein Mindestniveau an Energie aus erneuerbaren Quellen in Gebäuden einzuführen.
Sie will auch prüfen, wie die Haushaltsmittel der EU neben den Einnahmen aus dem EU-Emissionshandelssystem zur Finanzierung nationaler, auf einkommensschwächere Bevölkerungsgruppen zugeschnittener Energieeffizienz- und Energiesparprogramme eingesetzt werden könnten. Der Ökodesign-Rahmen soll weiterentwickelt werden, damit effiziente Produkte auf den Markt gebracht und ihre Verwendung gefördert werden.
"Zurecht rückt die EU-Kommission den Gebäudesektor ins Zentrum der Debatte um ein klimaneutrales Europa bis 2050", kommentiert Holger Schwannecke. "Die CO2-Emissionen müssen in diesem Bereich deutlich verringert werden, nur so kann Europa langfristig seine Klimaziele erreichen", sagt der Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks.
Dazu müsse es europaweit gelingen, die deutliche Erhöhung der Sanierungsquote des Gebäudebestands mit einem wirtschaftlichen Wiederaufschwung zu verbinden. Gerade der Baubereich habe sich in der Krise als stabil erwiesen und könne jetzt zum Konjunkturmotor werden.
"Damit uns das gelingt, müssen die Anforderungen an die energetische Modernisierung von Gebäuden realistisch sein. Ziel muss es sein, in den kommenden Jahren möglichst viele Gebäude zu modernisieren, ohne dass überzogene Auflagen die Nachfrage hemmen. Es geht darum, die Aufrüstung zu intelligenten Gebäuden stärker mit Zukunftsthemen wie E-Mobilität und dezentraler Energieerzeugung zu verbinden."
Bei Modernisierungsvorhaben im Quartiersmaßstab müsse gewährleistet sein, dass sich Handwerksbetriebe an der Planung, am Bau sowie an der Bewirtschaftung der Quartiere beteiligen können und einen fairen Zugang zu den in intelligenten Gebäuden anfallenden Daten haben. "Nur so können sie ihren Kunden passgenaue Dienstleistungen wie Wartung und Reparatur anbieten."
Quellen: EU-Kommission / ZDH
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