15 Automobilkonzerne  hatten sich über Jahre hinweg abgesprochen.

15 Automobilkonzerne hatten sich über Jahre hinweg abgesprochen. (Foto: © Andrii Sarymsakov/123RF.com)

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Millionenstrafen für Autokartell wegen fehlenden Recyclings

458 Millionen Euro Strafen verhängte die EU gegen fünfzehn Autobauer wegen illegaler Absprachen, das Recycling nicht zu bezahlen.

Ist ein Auto schrottreif, sind die Hersteller EU-gesetzlich verpflichtet, für dessen Recycling zu zahlen. Um dieser Pflicht zu entgehen, haben sich insgesamt 15 Automobilkonzerne über Jahre hinweg abgesprochen. Die Europäische Kommission verhängte jetzt Strafen in Millionenhöhe wegen eines Kartells. Laut der Kommission ging es dabei um Absprachen zur Sammlung, Behandlung und Verwertung von schrottreifen Autos und Transportern zwischen 2002 und 2017.

Der Volkswagen-Konzern muss mit rund 128 Millionen Euro die höchste Strafe zahlen. BMW wurde mit einer Geldbuße von rund 25 Millionen Euro belegt, Renault mit etwa 81 Millionen Euro und Stellantis mit rund 75 Millionen Euro. Mercedes-Benz entgeht einer Strafe, da es das Kartell offengelegt hatte. Auch andere Hersteller wie Mitsubishi, Ford, Honda, Hyundai, Jaguar, Mazda, Opel, General Motors, Suzuki, Toyota und Volvo waren Teil des Kartells. Insgesamt belaufen sich die Strafen auf 458 Millionen Euro. Der Verband der europäischen Automobilhersteller (ACEA), der das Kartell organisiert haben soll, wurde ebenfalls mit einer Geldbuße von 500.000 Euro belegt.

Rechtswidrige Absprachen, kein Recycling

Die Vorwürfe beziehen sich auf wettbewerbswidrige Vereinbarungen über einen Zeitraum von 15 Jahren. Die betroffenen Unternehmen hatten abgesprochen, keine Zahlungen an Autodemontagebetriebe für die Zerlegung von Altfahrzeugen zu leisten. Sie waren der Ansicht, dass das Recycling dieser Fahrzeuge ein profitables Geschäft sei und daher keine zusätzliche Vergütung erfordere.

Darüber hinaus tauschten sie sensible Geschäftsinformationen über individuelle Vereinbarungen mit Demontagebetrieben aus und koordinierten ihr Verhalten untereinander. Außerdem hatten die Hersteller sich darauf verständigt, keine freiwilligen Angaben darüber zu machen, welche Teile ihrer Fahrzeuge recycelbar seien oder wie hoch der Anteil recycelter Materialien in ihren Autos sei. Laut der EU-Kommission wollten sie so verhindern, dass Verbraucher diese Informationen bei ihrer Kaufentscheidung berücksichtigen konnten.

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Nachhaltigkeit erschwert

Eine EU-Richtlinie über Altfahrzeuge schreibt vor, dass Besitzer eines schrottreifen Autos ihr Fahrzeug kostenlos bei einem Demontagebetrieb abgeben können. Falls dabei Kosten entstehen, müssen die Hersteller diese übernehmen. Diese Regelung soll sicherstellen, dass mehr Autos recycelt werden und wertvolle Materialien zurückgewonnen werden können. 

Die EU-Kommission betonte die Bedeutung hochwertigen Recyclings für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft und kritisierte das Verhalten der beteiligten Unternehmen scharf. Wettbewerbswidrige Absprachen wie diese erschwerten Verbrauchern den Zugang zu Informationen über umweltfreundlichere Produkte und behindern Fortschritte in Richtung eines nachhaltigeren Industriemodells in Europa. 

Quelle: EU-Kommission

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Text: / handwerksblatt.de

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